Es gibt wohl keine Institution der Welt, die in mehr Ländern vertreten ist, als die katholische Kirche. Auch hier, im protestantischen Norwegen, gibt es sie, die katholische Kirche St. Olav. Sie ist jedoch weniger ein Anlaufpunkt für Einheimische, denn nur etwa 46 000 Menschen in Norwegen sind katholisch. Das macht gerade ein Prozent der Landesbevölkerung aus.
In der St. Olav Kirke ist sprichwörtlich die Welt zuhause. Im Gottesdienst auf Englisch saß ich heute zwischen Lateinamerikanern, Südeuropäern und Asiaten. Eng auf eng saßen wir. Die Menschen standen in den Gängen bis zum Kirchenportal. Gerade noch konnte ich einen Platz ergattern.
Ich war beeindruckt von der Religiosität der Menschen und den mitreißenden, fröhlichen Liedern. Es spielte keine Orgel, sondern es gab Gitarren- und Trommelmusik, die die Sonne Afrikas in die St. Olavs Kirke holte. Wenn man Gott heute finden wollte, dann sah man ihn in jedem einzelnen dieser Menschen. Jeder davon hat sein eigenes Schicksal, das sie weit nach Oslo gebracht hat.
Genau diesen Menschen begegne ich Tag für Tag wieder in der Stadt - als Taxifahrer, als Putzkraft und als Servicekraft. Es war ein Gottesdienst auf Englisch.
Sonntag, 27. Januar 2008
Montag, 21. Januar 2008
Deutsche in Oslo
Ausgewanderte Deutsche in Norwegen zu erleben, ist wirklich einmalig. Im Norden Norwegens können es Menschen sein, die die Herausforderung suchen, individualistisch denken oder dem hektischen Leben der Großstadt entfliehen wollen. Diese Menschen tragen oft eine brennende Leidenschaft für den Norden in sich.
Nach Oslo zu ziehen, dafür gibt es wohl für Deutsche vor allem finanzielle Gründe. Die einen erhoffen für sich und für die Kinder eine besser Zukunft. "Mit Deutschland geht es bergab", hört man so manchmal sagen. Ja, die Auswanderung muss rechtfertigt werden.
Und dann gibt es noch die Deutschen, die mit Norwegern verheiratet sind und hier eine Familie gegründet haben. Manche sind glücklich in ihrer Situation, aber manche haben großes Heimweh und sind frustriert darüber, dass sie nie wieder zurück nach Deutschland kommen können.
Ich wurde neulich gefragt, ob ich aus ökonomischen Gründen hier sei. "Nein", sagte ich, "ich bin wegen den Menschen und der Natur hier."
Nach Oslo zu ziehen, dafür gibt es wohl für Deutsche vor allem finanzielle Gründe. Die einen erhoffen für sich und für die Kinder eine besser Zukunft. "Mit Deutschland geht es bergab", hört man so manchmal sagen. Ja, die Auswanderung muss rechtfertigt werden.
Und dann gibt es noch die Deutschen, die mit Norwegern verheiratet sind und hier eine Familie gegründet haben. Manche sind glücklich in ihrer Situation, aber manche haben großes Heimweh und sind frustriert darüber, dass sie nie wieder zurück nach Deutschland kommen können.
Ich wurde neulich gefragt, ob ich aus ökonomischen Gründen hier sei. "Nein", sagte ich, "ich bin wegen den Menschen und der Natur hier."
Der Aufstand der Samen
Obwohl Oslo die größte Samen-Kommune Norwegens ist, trifft man die "Indianer des Nordens" eher selten in der Hauptstadt. Und wenn man sie trifft, dann ist es etwas ganz besonderes. Vergangene Woche lief der Film "Kautokeino opprøret" in den norwegischen Kinos an. Er handelt um den Aufstand der Samen 1852 gegen die norwegischen Kolonialherren. Der samische Regisseur Nils Gaup hat diese wahre Begebenheit verfilmt.
Diesen besonderen Film habe ich zusammen mit meiner samischen Freundin Henriette und ihrer Familie angesehen. Ihre Mutter trug die farbenfrohe Kautokeino-Tracht und war damit ein echter Exot. Die Rentierlederschuhe, der rote Hut und das blaurote Kleid erschienen wie aus einer anderen Welt. Aus einer Welt, in der die Natur das Leben bestimmt, in der die Gemeinschaft im kleinen Kautokeino mit 3000 Einwohner noch zählt. Noch vor 30 Jahren hätte man Henriettes Mutter in kein Kaffee in Oslo hereingelassen. Erst seit gut 20 Jahren haben die Samen in Norwegen mehr Rechte. Doch die Diskriminierung hält zum Teil noch an.
Diesen besonderen Film habe ich zusammen mit meiner samischen Freundin Henriette und ihrer Familie angesehen. Ihre Mutter trug die farbenfrohe Kautokeino-Tracht und war damit ein echter Exot. Die Rentierlederschuhe, der rote Hut und das blaurote Kleid erschienen wie aus einer anderen Welt. Aus einer Welt, in der die Natur das Leben bestimmt, in der die Gemeinschaft im kleinen Kautokeino mit 3000 Einwohner noch zählt. Noch vor 30 Jahren hätte man Henriettes Mutter in kein Kaffee in Oslo hereingelassen. Erst seit gut 20 Jahren haben die Samen in Norwegen mehr Rechte. Doch die Diskriminierung hält zum Teil noch an.
Dienstag, 8. Januar 2008
Ski - ein norwegisches Wort
Hat sich schon einmal jemand Gedanken darüber gemacht, warum das Wort Ski wie "Schi" und nicht "Ski" ausgesprochen wird? Nein, hier handelt es sich um keine Ausnahme in der deutschen Sprache und auch derjenige, der auf einen englischen Ursprung tippt, liegt falsch. "Ski" kommt aus dem Norwegischen - wir haben es und von den Norwegern im 19. Jahrhundert geklaut. Ski bedeutet "Scheit" (gespaltenes Holz) oder "Schneeschuh". Die altnordische Urform des Wortes ist skíð.
Auch die "Loipe" haben wir uns von den Norwegern abgeschaut. "Loipe" wurde zudem "verdeutscht". Im Norwegischen sieht das Wort ein bisschen anders aus: Løype.
Also, wenn ihr das nächste Mal die Skier anschnallt und in die Loipe steigt, dann wisst ihr, dass es sich hier um eine zu tiefst norwegische Aktivität handelt.
Auch die "Loipe" haben wir uns von den Norwegern abgeschaut. "Loipe" wurde zudem "verdeutscht". Im Norwegischen sieht das Wort ein bisschen anders aus: Løype.
Also, wenn ihr das nächste Mal die Skier anschnallt und in die Loipe steigt, dann wisst ihr, dass es sich hier um eine zu tiefst norwegische Aktivität handelt.
Das sportliche Oslo
Wenn Schnee in Oslo fällt, zeigt sich die norwegische Hauptstadt von seiner schönsten Seite. Wenn es noch dazu sehr kalt ist, werden hier Wintermärchen wahr. Meterhoch liegt dann der Schnee und verzaubert die Landschaft.
Ein Zeichen dafür, dass der Winter wirklich da ist, sind die vielen Menschen, die mit ihren Langlaufskiern auf die U-Bahn warten. Das ist in Oslo einzigartig. Am Hauptbahnhof kann man mit den Skiern in die U-Bahn einsteigen und in einer halben Stunden ist man in einem wunderschönen und großen Skigebiet.
Da darf der Schnee schon noch ein bisschen liegen bleiben.
Ein Zeichen dafür, dass der Winter wirklich da ist, sind die vielen Menschen, die mit ihren Langlaufskiern auf die U-Bahn warten. Das ist in Oslo einzigartig. Am Hauptbahnhof kann man mit den Skiern in die U-Bahn einsteigen und in einer halben Stunden ist man in einem wunderschönen und großen Skigebiet.
Da darf der Schnee schon noch ein bisschen liegen bleiben.
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