Donnerstag, 6. März 2008

Der Süden und der Norden

Der Norden steht mit dem Süden auf den Kriegsfuß und umkehrt - diesen Eindruck habe ich während meiner beiden Aufenthalte in Nord- und Südnorwegen bekommen. "Oslo ist keine schöne Stadt" habe ich im Norden oft gehört. Die Nordländer sind genauso der Meinung, dass die Menschen im Süden weniger offen und gastfreundschaftlich wären. "Wir fühlen uns anders", habe ich immer wieder gehört. Manchmal geht es auch über "anders" heraus. In vieler Hinsicht fühlen sich die Nordnorweger vergessen. Sie klagen über schlechte Straßen und eine Politik, die nur auf Ostnorwegen fokussiert ist.

Die Südnorweger hingegen empfinden Nordnorwegen und speziell die Finnmark als "keinen attraktives Gebiet zum Wohnen". Die Vorurteile beginnen bei "in der Finnmark haben die meisten Leute ein Alkoholproblem", gehen über "im Norden leben die meisten Menschen auf Kosten des Staates" bis hin zu "langweilig und ungemütlich". Darüber hinaus glauben viele, dass Nordnorweger besonders viel fluchen.

Ich kann vieles bestreiten und manches auch bestätigen. Ich habe zum Beispiel erst in Oslo, eineinhalb Jahre nach meinem Aufenthalt in Nordnorwegen, norwegische Flüche kennen gelernt. Darüber hinaus habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in Oslo wesentlich mehr Alkohol trinken. Seit des Læstadianismus in Nordnorwegen trinken die meisten Menschen dort wenig Alkohol. Auch kommt mir der Norden viel offener und gastfreundschaftlicher vor. Oslo wirkt auf mich, wie viele Großstädte, hektisch und unpersönlich.

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